Was sind Scherkräfte?
Scherkräfte entstehen, wenn Gewebeschichten gegeneinander verschoben werden, etwa beim Herunterrutschen im Sitz. Zusammen mit Druck erhöhen sie das Risiko für Druckgeschwüre.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf einem Kissen und der Körper rutscht langsam nach vorn. Die Haut haftet am Bezug, die Knochen darunter wandern mit. Das Gewebe dazwischen wird verzerrt. Das sind Scherkräfte.
Warum sie gefährlich sind
Scherkräfte dehnen und quetschen Blutgefäße in der Tiefe des Gewebes. Zusammen mit Druck verringern sie die Durchblutung. Die internationale Leitlinie zur Dekubitusprophylaxe nennt Druck und Scherkräfte als die beiden Hauptursachen von Druckgeschwüren. Schäden können in der Tiefe entstehen, bevor an der Hautoberfläche etwas zu sehen ist.
Wo sie entstehen
- beim Herunterrutschen im Sitz
- beim Verstellen der Rückenlehne, wenn der Körper nicht mitwandert
- beim Transfer, wenn der Körper über eine Fläche gezogen wird
Was hilft
Ein Becken, das stabil auf dem Sitzkissen steht, rutscht weniger. Kantelung verlagert Gewicht, ohne dass der Körper auf dem Sitz verrutscht. Rückensysteme, die beim Verstellen dem Bewegungsablauf folgen, sollen Scherkräfte verringern, so beim RP1 PRO. Beim Umsetzen ziehen Sie den Körper nicht über die Sitzfläche: Gleitmatte, Rutschbrett oder Lifter verringern die Reibung. Mehr in Sicherer Transfer.
Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.
Hinweis
Dieser Beitrag informiert allgemein. Medizinische Beratung und Rechtsberatung können wir nicht geben. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit hilft Ihre Arztpraxis, bei Rechtsfragen eine Anwaltskanzlei oder ein Sozialverband.
Wir beraten kostenlos zur Versorgung mit unseren Produkten, nicht zu den Themen der Beiträge.