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Ratgeber

Sicherer Transfer: vom Elektrorollstuhl ins Bett und zurück

Beim Umsetzen zwischen Elektrorollstuhl und Bett verlässt die Person die stabile Sitzfläche. Wie Sie den Rollstuhl vorbereiten, was ein kinästhetischer Transfer ist und welche Hilfsmittel das Heben ersetzen.

Stand: 29. September 2026

Illustration: Elektrorollstuhl am Bett, Armlehne oben, Rutschbrett zur Matratze
Das Wichtigste in Kürze
  • Steuerung aus, Freilauf verriegelt: So bleibt der Elektrorollstuhl stehen.
  • Sitzfläche mit dem Sitzlift auf Matratzenhöhe oder etwas darüber.
  • Kinästhetischer Transfer: Gewicht verlagern statt heben.
  • Rutschbrett, Drehscheibe oder Lifter ersetzen das Heben.

Beim Umsetzen zwischen Elektrorollstuhl und Bett verlässt die Person für einen Moment die stabile Sitzfläche. In diesem Moment kann sie stürzen, und wer sie dabei anhebt, belastet den eigenen Rücken. Sicherer wird der Transfer mit einem vorbereiteten Rollstuhl, einer Bewegung ohne Heben und einem passenden Hilfsmittel.

Den Elektrorollstuhl vorbereiten

  • Stellen Sie den Rollstuhl dicht und leicht schräg an das Bett, damit der Weg zwischen Sitzfläche und Matratze kurz ist.
  • Schalten Sie die Steuerung aus. Dann bewegt ein versehentlicher Griff an den Joystick den Rollstuhl nicht, und die Motorbremsen halten ihn fest. Das gilt nur, solange der Freilauf nicht entriegelt ist.
  • Bringen Sie Sitzkantelung und Rückenlehne in die aufrechte Grundstellung. Aus einer gekantelten Position kann die Person nicht an die Sitzkante rutschen.
  • Stellen Sie mit dem Sitzlift die Sitzfläche auf die Höhe der Matratze. Liegt sie einige Zentimeter höher als das Ziel, rutscht die Person leicht bergab, und das Körpergewicht hilft mit. Ohne Sitzlift passen Sie die Höhe am Pflegebett an.
  • Schwenken Sie den Joystick mit seiner Halterung zur Seite, klappen Sie die Armlehne auf der Bettseite hoch oder nehmen Sie sie ab, und schwenken Sie Beinstützen und Seitenpelotten weg. Öffnen Sie Becken- und Rumpfgurte.
  • Die Füße stehen flach auf dem Boden, nicht auf der Fußplatte. Wer auf eine hochgeklappte oder frei hängende Fußplatte tritt, kann den Rollstuhl nach vorn kippen. Eine Antirutschmatte verhindert, dass die Füße wegrutschen.

Kinästhetischer Transfer: bewegen statt heben

Kinästhetik (englisch Kinaesthetics) ist ein Konzept für das Bewegen von Menschen, das Frank Hatch und Lenny Maietta ab Anfang der 1970er-Jahre entwickelt haben. In der Pflege wird es seit den 1980er-Jahren genutzt. Beim kinästhetischen Transfer hebt niemand die Person an. Sie verlagert ihr Gewicht Schritt für Schritt selbst, und die helfende Person führt die Bewegung. So setzt die Person ihre eigenen Fähigkeiten ein, und die helfende Person trägt nicht das Körpergewicht.

So kann ein Transfer im Sitzen ablaufen:

  1. Die Person verlagert ihr Gewicht abwechselnd auf die linke und die rechte Gesäßhälfte und schiebt die entlastete Seite jeweils ein Stück nach vorn, bis sie an der Sitzkante sitzt.
  2. Sie beugt den Oberkörper nach vorn, bis das Gewicht über den Füßen liegt. Dadurch wird das Gesäß leicht.
  3. Sie dreht sich über die Füße zum Bett und setzt sich dort ab. Mit einem Rutschbrett rutscht sie in kleinen Schritten hinüber.
  4. Die helfende Person führt am Becken und am Brustkorb. Ziehen an Armen oder Händen belastet die Schultergelenke, nach einem Schlaganfall besonders auf der gelähmten Seite.

Welche Schritte passen, hängt davon ab, was die Person selbst kann. Kinästhetik ist kein festes Schema. Üben Sie den Ablauf mit einer Pflegefachkraft, in der Physiotherapie oder in einem kostenlosen Pflegekurs der Pflegekasse (§ 45 SGB XI).

Hilfsmittel

  • Ein Rutsch- oder Transferbrett überbrückt den Spalt zwischen Sitzfläche und Matratze. Die Person rutscht darauf hinüber, ohne angehoben zu werden.
  • Eine Drehscheibe unter den Füßen erleichtert das Drehen im Stand.
  • Eine Gleitmatte verringert Reibung und Scherkräfte.
  • Ein Haltegürtel gibt der helfenden Person einen Griff am Becken, damit sie nicht am Arm halten muss.
  • Ein Patientenlifter trägt das Gewicht, wenn die Person nicht mithelfen kann. Lifter sind Hilfsmittel der Krankenkasse (Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 22).

Funktionen am Elektrorollstuhl

Ein Sitzlift gleicht den Höhenunterschied zu Bett, Toilette oder Autositz aus. Beim RP1 BIONIC hebt er die Sitzfläche um bis zu 300 mm. Der RP1 PRO hat nach Herstellerangaben eine Aufstehhilfe, die Nutzer und Betreuende beim Transfer unterstützt. Beim RP1 PRO lassen sich die Armlehnen für den seitlichen Transfer ohne Entriegelung nach hinten kippen. Prüfen Sie schon bei der Auswahl eines Elektrorollstuhls, ob sich Armlehne, Beinstützen und Joystick auf der Transferseite ohne Werkzeug wegbewegen lassen.

Auf den eigenen Rücken achten

Wie Sie sich als helfende Person schützen und wann Sie bei der Pflege gesetzlich unfallversichert sind, steht in Rückenschonend helfen.

Häufige Fragen

Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.

Hinweis

Dieser Beitrag informiert allgemein. Medizinische Beratung und Rechtsberatung können wir nicht geben. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit hilft Ihre Arztpraxis, bei Rechtsfragen eine Anwaltskanzlei oder ein Sozialverband.

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