Manueller Rollstuhl oder Elektrorollstuhl: Was passt zu wem?
Einen manuellen Rollstuhl treibt die Person selbst über die Greifreifen an, oder eine Begleitperson schiebt ihn. Ein Elektrorollstuhl fährt mit Motor und Akku und wird über einen Joystick oder eine Sondersteuerung gesteuert. Entscheidend sind die Kraft in Armen und Schultern, die Wege im Alltag und die Sitzdauer.
- Manuelle Rollstühle sind leichter und lassen sich meist falten oder zerlegen und im Auto mitnehmen.
- Selbst antreiben setzt Kraft und Ausdauer in Armen, Schultern und Rumpf voraus.
- Ein Elektrorollstuhl schont die Schultern, ist aber schwerer und braucht beim Transport Rampe oder Lift.
- Elektrische Zusatzantriebe liegen dazwischen.
Beide Rollstuhlarten sind Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung und stehen im Hilfsmittelverzeichnis in der Produktgruppe 18. Sie unterscheiden sich im Antrieb, im Gewicht und darin, was sie von der Person im Rollstuhl verlangen.
Der manuelle Rollstuhl
Beim Greifreifenrollstuhl treibt sich die Person selbst über die Greifreifen an den großen Hinterrädern an. Leichte, individuell eingestellte Modelle heißen Aktivrollstuhl. Beim Schieberollstuhl schiebt eine Begleitperson, etwa beim Multifunktionsrollstuhl. Manuelle Rollstühle lassen sich meist falten oder zerlegen und ohne Rampe im Kofferraum mitnehmen. Wer selbst antreibt, braucht dafür Kraft und Ausdauer in Armen, Schultern und Rumpf.
Der Elektrorollstuhl
Ein Elektrorollstuhl fährt mit Elektromotoren und Akku. Gesteuert wird er über einen Joystick oder eine alternative Steuerung. Er lässt sich mit elektrischen Sitzverstellfunktionen ausstatten, mit denen die Person ihre Position ohne fremde Hilfe verändert. Dafür ist er deutlich schwerer: Ein Elektrorollstuhl mit Sitzverstellfunktionen wiegt mit Akkus über 100 kg und fährt im Auto nur über eine Rampe oder einen Lift mit. Mehr in Wie schwer ist ein Elektrorollstuhl?
Die Schultern im Blick
Wer viele Jahre selbst antreibt, belastet Schultern und Handgelenke stark und immer wieder gleich. Der Leitfaden des US-amerikanischen Consortium for Spinal Cord Medicine zur Erhaltung der Armfunktion nach Querschnittlähmung nennt deshalb auch bei tieferer Lähmung einen Elektrorollstuhl als mögliche Wahl, wenn das Risiko einer Überlastung der Arme hoch ist. Als Einflüsse nennt er die Zeit im Rollstuhl, Alter, Gewicht, frühere Verletzungen und das Umfeld, etwa steile oder unebene Wege.
Dazwischen: Zusatzantriebe
Elektrische Zusatzantriebe unterstützen den Greifreifenantrieb oder helfen der Begleitperson beim Schieben. Das Hilfsmittelverzeichnis führt dafür eigene Produktarten, etwa Rollstühle mit restkraftunterstützendem Greifreifenantrieb. Sie kommen in Frage, wenn die eigene Kraft für den Alltag knapp wird, der Rollstuhl aber leicht bleiben soll.
So finden Sie das Passende
Die Krankenkasse übernimmt das Hilfsmittel, das im Einzelfall erforderlich ist (§ 33 SGB V). Ein Elektrorollstuhl kommt deshalb in Frage, wenn die Kraft für den Greifreifen nicht reicht oder die Wege des Alltags mit einem manuellen Rollstuhl nicht selbstständig zu schaffen sind. Beschreiben Sie Ihre Wege, Ihre Kraft im Laufe des Tages und Ihre Sitzdauer so genau wie möglich. Eine Erprobung in Ihrer gewohnten Umgebung zeigt, was funktioniert. Den Weg zum Antrag beschreibt Der Weg zum Elektrorollstuhl, einen Überblick über alle Arten gibt Welcher Rollstuhl passt zu mir?
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Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.
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