Wenn die Hand nicht mehr kann: alternative Steuerungen
Kinn, Kopf, Fuß, ein Finger oder die Augen: Mit alternativen Steuerungen lässt sich ein Elektrorollstuhl auch ohne klassischen Joystick sicher fahren. Ein Überblick über die Möglichkeiten.
- Die Steuerung richtet sich nach der Bewegung, die Sie zuverlässig ausführen können.
- Mini-Joysticks brauchen nur wenig Kraft und kleine Wege.
- Kinn-, Kopf- und Fußsteuerungen nutzen andere Körperteile.
- Bei alternativen Steuerungen ist eine gründliche Erprobung besonders wichtig.
Nicht jede Hand kann einen Joystick bedienen. Bei hohen Querschnittlähmungen, fortschreitenden neuromuskulären Erkrankungen oder nach einem Schlaganfall braucht es andere Wege. Der Grundsatz: Die Steuerung richtet sich nach der Bewegung, die Sie zuverlässig und ohne schnelle Ermüdung ausführen können.
Mini-Joystick
Mini-Joysticks funktionieren wie ein klassischer Joystick, brauchen aber nur wenige Gramm Betätigungskraft, der Micro Joystick zum Beispiel 8,5 Gramm, und kleine Wege. Sie eignen sich für Menschen mit geringer Restkraft in Hand oder Fingern und lassen sich auch an ungewöhnlichen Stellen montieren.
Kinnsteuerung
Ein kleiner Joystick sitzt vor dem Kinn und wird mit Kinnbewegungen bedient. Ein Schwenkarm bringt ihn in Position und zur Seite, wenn Sie essen oder sprechen möchten.
Kopfsteuerung
Kopfsteuerungen erkennen, in welche Richtung Sie den Kopf bewegen. Manche arbeiten mit Tastern, die der Kopf berührt, andere mit berührungslosen Sensoren in der Kopfstütze. Umschaltungen, etwa zwischen Fahren und Sitzverstellfunktionen, erfolgen über zusätzliche Taster. Mehr in Kinn- und Kopfsteuerung im Alltag.
Fuß- und Tastersteuerungen
Wer Füße oder einzelne Körperteile gezielt bewegen kann, fährt mit Fußsteuerungen oder mit Tastern, die dort angebracht werden, wo eine sichere Bewegung möglich ist, am Knie, an der Schulter oder am Kopf.
Saug-Blas-Steuerung
Bei sehr hohen Lähmungen kann der Rollstuhl über Saugen und Blasen an einem Mundstück gesteuert werden. Unterschiedliche Stärken stehen für unterschiedliche Befehle.
Augensteuerung
Eine Augensteuerung erfasst mit einer Kamera oder einem Sensor, wohin die Augen blicken. Verbreitet ist sie bei Kommunikationshilfen und für die Bedienung von Computer und Tablet: Der Blick führt den Zeiger, ein längeres Verweilen oder ein Blinzeln löst die Auswahl aus. Solche Kommunikationshilfen stehen im Hilfsmittelverzeichnis in der Produktgruppe 16.
Einige Hersteller bieten auch Augensteuerungen für Elektrorollstühle an, etwa für Menschen mit ALS, die nur noch die Augen sicher bewegen können. Damit das Fahren sicher bleibt, halten diese Systeme den Rollstuhl an, wenn die Augen geschlossen werden oder der Blick die Fahrt nicht mehr führt. REHAMED bietet keine Augensteuerungen an. Ob eine in Frage kommt, zeigt eine Erprobung bei einem Anbieter, der sie führt.
Mehr als Fahren
Mit Zusatzmodulen bedient die Rollstuhlelektronik auch andere Geräte, etwa per Bluetooth ein Smartphone oder einen Computer. Mehr in Smartphone, PC, Haustür.
Gründlich erproben
Bei alternativen Steuerungen kommt es auf Genauigkeit und Ausdauer an: Wie genau lässt sich die Bewegung wiederholen? Wie schnell ermüden Sie? Nehmen Sie sich für die Erprobung Zeit und testen Sie auch an einem Tag, an dem es Ihnen nicht so gut geht. Eine Übersicht finden Sie bei den alternativen Steuerungen von REHAMED.
Häufige Fragen
Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.
Hinweis
Dieser Beitrag informiert allgemein. Medizinische Beratung und Rechtsberatung können wir nicht geben. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit hilft Ihre Arztpraxis, bei Rechtsfragen eine Anwaltskanzlei oder ein Sozialverband.
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