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Ratgeber

Richtig sitzen: Was Sitzkissen, Rücken und Kopfstütze leisten

Eine angepasste Sitzposition gibt Halt, verteilt den Druck und macht die Hände frei für den Alltag. Worauf es bei Sitzfläche, Kissen, Rücken und Kopfstütze ankommt.

Stand: 29. September 2026

Illustration: Sitzkissen, Rückenlehne und Kopfstütze mit Wasserwaage
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Becken ist die Basis. Sitzt es stabil, kann sich der Oberkörper aufrichten.
  • Sitztiefe, Sitzbreite und Fußstützen müssen zu Ihren Körpermaßen passen.
  • Kissen, Rücken- und Kopfstützsysteme werden nach Bedarf kombiniert.
  • Lassen Sie die Sitzposition regelmäßig prüfen, Körper verändern sich.

Die Sitzposition bestimmt, wie viel Kraft für den Alltag bleibt, wie frei Arme und Hände arbeiten können und wie gut die Haut den Druck verträgt. Deshalb wird die Sitzeinheit so sorgfältig ausgewählt und angepasst wie der Rollstuhl selbst.

Das Becken als Basis

Eine stabile Sitzposition beginnt beim Becken. Kippt es nach hinten, rutscht der Körper nach vorn, der Rücken rundet sich, und die Nackenmuskulatur muss den Kopf halten. Kippt es zur Seite, folgt die Wirbelsäule. Ziel ist ein Becken, das möglichst aufrecht und gerade steht, mit so viel Unterstützung wie nötig.

Die richtigen Maße

  • Die Sitztiefe sollte nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation 3 bis 6 cm kürzer sein als der Oberschenkel, sodass zwei bis drei Finger zwischen Sitzkante und Kniekehle passen. Ist der Sitz zu tief, rutscht das Becken nach vorn. Ist er zu kurz, liegt zu viel Gewicht auf wenig Fläche.
  • Die Sitzbreite sollte eng genug für seitlichen Halt und breit genug sein, dass nichts drückt.
  • Die Fußstützen werden so eingestellt, dass die Oberschenkel aufliegen und das Gewicht mittragen.

Sitzkissen: Druck verteilen

Sitzkissen unterscheiden sich im Material, Schaum, Gel, Luftkammern oder Kombinationen, und in der Form. Konturierte Kissen geben dem Becken Halt, Luftkammerkissen passen sich der Körperform an, Gelelemente entlasten gezielt unter den Sitzbeinhöckern. Welches Kissen passt, hängt von Ihrem Hautzustand, Ihrer Stabilität und Ihrem Transfer ab. Mehr in Das richtige Sitzkissen.

Rücken- und Kopfstützsysteme

Ein angepasster Rücken stützt dort, wo der Körper es braucht, etwa mit Seitenpelotten für mehr Rumpfstabilität. Kopfstützsysteme entlasten den Nacken und geben Halt, besonders bei geringer Kopfkontrolle oder in der Liegeposition. Einen Überblick finden Sie bei den Sitzsystemen, Rückensystemen und Kopfstützsystemen von REHAMED.

Elektrische Sitzverstellfunktionen nutzen

Am Elektrorollstuhl verändern Sitzkantelung, Rückenwinkelverstellung und Beinstützen die Position im Laufe des Tages. Das entlastet die Haut, beugt Ermüdung vor und hilft beim Transfer. Nutzen Sie diese Funktionen regelmäßig, nicht erst, wenn etwas drückt.

Regelmäßig überprüfen

Körper verändern sich, ebenso die Anforderungen. Lassen Sie die Sitzposition überprüfen, wenn Sie zu- oder abnehmen, wenn neue Schmerzen auftreten oder wenn Sie im Sitz nach vorn rutschen.

Häufige Fragen

Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.

Hinweis

Dieser Beitrag informiert allgemein. Medizinische Beratung und Rechtsberatung können wir nicht geben. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit hilft Ihre Arztpraxis, bei Rechtsfragen eine Anwaltskanzlei oder ein Sozialverband.

Wir beraten kostenlos zur Versorgung mit unseren Produkten, nicht zu den Themen der Beiträge.