Greifen, heben, bewegen: Was Roboterarm und Armunterstützung leisten
Wenn Arm- oder Greiffunktion nachlassen, helfen Assistenzsysteme. Ein Roboterarm übernimmt Greifen und Halten, eine dynamische Armunterstützung gibt dem eigenen Arm Kraft zurück. Die Unterschiede im Überblick.
- Armunterstützungen tragen das Gewicht des Arms, die Bewegung kommt von Ihnen.
- Ein Roboterarm übernimmt Greifen und Halten, wenn die eigene Funktion fehlt.
- Beide lassen sich am Elektrorollstuhl montieren und über ihn mit Strom versorgen.
- Eine Kostenübernahme ist möglich und wird im Einzelfall geprüft.
Ein Glas zum Mund führen, die Haare aus dem Gesicht streichen, eine Tür öffnen: Für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen, hoher Querschnittlähmung oder nach einem Schlaganfall kann das schwer oder unmöglich sein. Assistenzsysteme verfolgen zwei Ansätze. Sie unterstützen, was noch da ist, oder sie ersetzen, was fehlt.
Armunterstützung: den eigenen Arm entlasten
Dynamische Armunterstützungen tragen das Gewicht des Arms, sodass wenig eigene Kraft für eine Bewegung reicht. Die Bewegung selbst bleibt Ihre eigene.
- Beim iFLOAT Powered Assist Dynamic stellen Sie die Unterstützung über eine elektronisch geregelte Feder stufenlos ein.
- Der Orthopus Supporter hat zusätzlich einen vollelektronischen Modus, der den Arm auch ohne eigenen Kraftaufwand bewegt. Das hilft an Tagen mit wenig Restkraft.
Armunterstützungen kommen vor allem bei Erkrankungen des Nervensystems und bei neurologisch bedingten Muskelerkrankungen in Frage. Sie lassen sich am Tisch, auf einem Stativ oder am Rollstuhl montieren.
Roboterarm: greifen, wenn die Hand es nicht kann
Fehlen Greif- und Armfunktion, kann ein Roboterarm Handlungen übernehmen. Der iARM hat sechs Drehachsen, die den Bewegungsumfang des menschlichen Arms nachbilden. Er greift, hält, positioniert und bewegt Gegenstände, etwa beim Essen, Trinken und Bedienen von Geräten. Gesteuert wird er über einen Joystick oder per App auf Smartphone oder Tablet. Für unterwegs ist er am Elektrorollstuhl montiert, der Ansteuerung und Stromversorgung übernimmt.
Welches System passt?
Welches System passt, hängt davon ab, was Arm und Hand noch können. Ist eigene Bewegung da und fehlt nur die Kraft, kommt zuerst eine Armunterstützung in Frage. Fehlen Greif- und Armfunktion, kann ein Roboterarm Selbstständigkeit zurückgeben. Eine Erprobung in Ihrem Alltag zeigt, was funktioniert.
Kostenübernahme
iFLOAT Powered Assist Dynamic und Orthopus Supporter sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Auch ein Roboterarm kann von der Krankenkasse übernommen werden, wenn ein medizinischer Bedarf und eine fachliche Indikation vorliegen. Die Krankenkasse entscheidet im Einzelfall. Grundlage dafür ist eine dokumentierte Erprobung.
Häufige Fragen
Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.
Hinweis
Dieser Beitrag informiert allgemein. Medizinische Beratung und Rechtsberatung können wir nicht geben. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit hilft Ihre Arztpraxis, bei Rechtsfragen eine Anwaltskanzlei oder ein Sozialverband.
Wir beraten kostenlos zur Versorgung mit unseren Produkten, nicht zu den Themen der Beiträge.