Federung und Fahrkomfort: Warum sie im Alltag zählen
Bordsteine, Pflaster und Schwellen übertragen Stöße auf den Körper. Was Messungen zu Erschütterungen im Rollstuhl ergeben haben, wie Federung und Einzelradaufhängung arbeiten und wie Sie das Fahrwerk testen.
- Im Alltag gemessene Erschütterungen lagen bei allen 37 untersuchten Rollstuhlnutzern im oder über dem Warnbereich der Norm ISO 2631-1.
- Einzelradaufhängung hält die Räder in Kontakt mit dem Boden.
- Ob eine Federung Erschütterungen mindert, hängt von ihrer Konstruktion und Abstimmung ab.
- Die Probefahrt auf Ihren eigenen Wegen zeigt, was ein Fahrwerk leistet.
Wer zu Fuß geht, federt mit Knien und Sprunggelenken ab. Im Rollstuhl übernimmt das Fahrwerk diese Aufgabe. Ohne Federung kommt jeder Stoß ungedämpft in Becken, Wirbelsäule und Kopf an.
Was gemessen wurde
An der University of Pittsburgh wurden bei 37 Rollstuhlnutzerinnen und -nutzern zwei Wochen lang die Erschütterungen im Alltag gemessen, mit Datenloggern am Rollstuhl. Alle waren Ganzkörperschwingungen ausgesetzt, die im oder über dem Warnbereich der internationalen Norm ISO 2631-1 lagen. Solche Schwingungen gelten als Risikofaktor für Rückenbeschwerden und Ermüdung. Bei den untersuchten Greifreifenrollstühlen minderten gefederte Rahmen die Erschütterungen nicht messbar. Eine Federung wirkt also nicht allein dadurch, dass sie vorhanden ist. Es kommt darauf an, wie sie konstruiert und abgestimmt ist.
Einzelradaufhängung
Bei einer Einzelradaufhängung ist jedes Rad für sich gefedert. Fährt ein Rad über eine Kante, bleiben die anderen ruhig. Alle Räder behalten Kontakt zum Boden. Die Antriebsräder verlieren auf unebenem Untergrund nicht die Haftung, und der Rollstuhl bleibt in der Spur. RP1 PRO, RP1 Kids und LP1 kombinieren nach Herstellerangaben ein Vollfederungssystem mit Einzelradaufhängung.
Warum ein ruhiges Fahrwerk zählt
- Die Hand am Joystick wird nicht durch Stöße ausgelenkt, der Rollstuhl fährt dorthin, wohin Sie steuern.
- Die Sitzhaltung verschiebt sich nicht, Pelotten und Kopfstütze bleiben dort, wo sie stützen sollen.
- Stöße ermüden den Körper, und auf langen Wegen summieren sie sich.
Worauf Sie bei der Probefahrt achten
Fahren Sie bei der Erprobung bewusst über die Untergründe, die Sie im Alltag erwarten: die Schwelle zum Balkon, das Pflaster vor dem Haus, den Bordstein an der Bushaltestelle. Achten Sie darauf, wie sich Stöße anfühlen, ob der Rollstuhl nachschwingt und ob Sie sich sicher fühlen. Auch die Antriebsart spielt dabei eine Rolle.
Häufige Fragen
Stand: 29. September 2026 · REHAMED Redaktion.
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